Zahn­fleisch­probleme
Zahn­fleisch­probleme 2018-04-27T13:40:14+00:00

Rettung für Ihre Zähne

Was im Volksmund Parodontose genannt wird, heißt für den Zahnarzt korrekt Parodontitis und steht für die Entzündung und den Abbau des gesamten Zahnhalteapparates (Parodont). Wir haben es eigentlich mit einer Volkskrankheit zu tun, denn mehr als die Hälfte der Erwachsenen leidet unter Parodontose Ungefähr 15 Prozent davon sind schwer erkrankt. Tragisch daran ist, dass etwa nur eine Million davon behandelt wird und der Rest am Ende ohne Therapie die Zähne verliert. Zahnfleischbluten, Mundgeruch und leicht bewegliche Zähne sind die ersten Warnzeichen und eine Parodontosebehandlung nach initialer Zahnreinigung und Prophylaxe ist dringend nötig.

Gesundes Zahnfleisch ist blassrosa, blutet nicht beim Putzen und füllt die Zahnzwischenräume vollständig aus. Die Zähne sind frei von weichen Belägen (Plaque) und von harten ausmineralisierten Belägen (Zahnstein).
Doch bei 80 Prozent der Erwachsenen ist das Zahnfleisch gerötet, blutet leicht und auf den Zähnen sitzen bakterielle Beläge. Dies alles sind Symptome einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis).
Unbehandelt wandert die Entzündung an den Zähnen entlang in den Kieferknochen und es entsteht eine Parodontitis, der entzündliche Abbau des gesamten Zahnhalteapparates. Das Zahnfleisch ist empfindlich geschwollen, zieht sich weiter zurück, weil der Kieferknochen darunter abgebaut wird. Die Zähne werden länger und schließlich locker. Weitere Symptome wie Eiter aus der Zahnfleischtasche, Veränderungen im Biss und der Stellung der Zähne sind die Folge. Bei Erwachsenen ist die Parodontitis immer noch die Hauptursache für Zahnverlust im Alter, nicht die Karies!

Wer blutendes Zahnfleisch ignoriert oder einen lockeren Zahn nur als kosmetisches Problem sieht, lebt gefährlich.
Parodontitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die Ihrem ganzen Organismus schaden kann. Rechnet man bei einem voll bezahnten Erwachsenen mit einer generellen Parodontitis die Oberfläche der gesamten Zahnhalteapparate zusammen und überträgt diese auf die Haut, dann ist der komplette Unterarm entzündet. Da verwundert es nicht, dass Studien ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für Arterienverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes (Zucker) belegen. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Parodontitis bei Schwangeren eine Frühgeburt auslösen kann oder zu einem niedrigeren Geburtsgewicht des Babys führt.

Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis (Zahnhalteapparatentzündung) sind durch Bakterien verursachte Erkrankungen. Wenn sich auf der Zahnoberfläche oder im Zahnzwischenraum Belag (Plaque) bildet, organisieren sich darin spezielle, krankmachende Keime in Form eines Biofilms, einer Art Netzwerk aus Bakterien. Sie produzieren Giftstoffe, die Entzündung bricht aus und schreitet fort. Gefährlich ist auch Zahnstein. Er bildet sich, wenn Mineralien im Speichel die Beläge (Plaque) verhärten – ein perfekter Nährboden für die Bakterien. Neben schlechter Mundhygiene wird Plaque durch weitere Faktoren – wie etwa zu wenig Speichel, eng stehende Zähne, Karies, schlecht sitzende Füllungen oder abstehende Kronenränder, Rauchen und falsche Ernährung – begünstigt

Der Erfolg unseres Konzeptes ist die Reduzierung der bakteriellen Belastung und die dauerhafte Vernichtung bestimmter Keime. Die Behandlung ist in drei Stufen unterteilt:

Stufe 1: Hygienephase

In der ersten Stufe, der Hygienephase, arbeiten wir Hand in Hand mit unseren Prophylaxeassistentinnen. Bei uns sind qualifizierte Expertinnen im Einsatz, die bereits in den USA und Frankreich Erfahrungen in der dentalhygienischen Behandlung sammeln konnten. Mit einer professionellen Zahnreinigung rücken sie den Bakterien in aufwändiger Kleinarbeit zu Leibe. Plaque (Zahnbelag), Zahnstein und die harten Ablagerungen minimal unterhalb des Zahnfleischsaumes müssen vollständig entfernt werden. Außerdem wird die persönliche Mundhygiene optimiert und auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingestellt.
Je nach Schwere der Erkrankung oder Menge der Beläge können mehrere Termine in der ersten Stufe nötig sein.

Ohne diese auch von den gesetzlichen Kassen geforderte Hygienephase kann die eigentliche Parodontosebehandlung nicht erfolgen!

Stufe 2: Therapie des Zahnhalteapparates

Um das Ausmaß der Erkrankung an den einzelnen Zähnen festzustellen, erfolgt nach der ersten Stufe eine Messung des Knochenabbaus. In der Stufe 2 werden die von Parodontitis betroffenen Bereiche der Wurzeloberfläche von uns mechanisch gereinigt. So wird der Biofilm, der Lebensraum der Bakterien, zerstört. Hierbei kommen hauptsächlich modernste Ultraschallsysteme zum Einsatz. Dies ist ein sehr schonendes, schmerzfreies aber gründliches Verfahren, das nach der Behandlung kaum Beschwerden verursacht und von den Patienten sehr gut vertragen wird. Es muss also nichts „aufgeschnitten“ oder „vernäht“ werden, wie dies noch vor einigen Jahren vielfach bei Parodontosebehandlungen der Fall war.
Sehr tiefe Zahnfleischtaschen, typisch für eine schwere fortgeschrittene Parodontitis, machen aber manchmal nach der Ultraschallbehandlung auch einen chirurgischen Eingriff notwendig. Ziel ist es hierbei durch verschiedene Verfahren der Geweberegeneration, verlorene Knochensubstanz um den Zahnhalteapparat wiederaufzubauen. Bei diesen neueren Erfolg versprechenden Methoden werden Wachstumsproteine und unterschiedliche Knochenersatzmaterialien eingesetzt.
Auch können wir mit verschiedenen kleineren plastischen Eingriffen freiliegende Zahnhälse und Wurzeloberflächen unter bestimmten Voraussetzungen wieder abdecken und optisch ästhetisch gestalten.

Voraussetzung dafür ist aber immer erst die gründliche Reinigung der Zähne und Wurzeloberflächen der Stufen 1 und 2!

Selbst bei bester Plaqueentfernung können Bakterien überleben, etwa bei einer sehr aggressiven oder wiederkehrenden Form der Parodontitis. Dann werden nach einer Keimanalyse individuell auf Sie abgestimmte Antibiotika eingesetzt.

Stufe 3: Nachsorge (unterstützende Parodontitistherapie)

Die Stufe 3 in diesem Konzept ist die optimale Nachsorge mit engmaschigen Terminen bei der Prophylaxehelferin bzw. Dentalhygienikerin.

Ohne diese professionelle Nachsorge ist die gesamte Behandlung sinnlos!

Der Biofilm baut sich ohne regelmäßige Nachsorge in kurzer Zeit wieder auf und der Krankheitsverlauf beginnt von neuem. Die vorherige Behandlung und Mühe wäre umsonst gewesen. Durch die Professionelle Zahnreinigung in therapeutisch sinnvollen Abständen unterliegt der Zahnhalteapparat einer ständigen Kontrolle und Sie können ihn so nachhaltig vor weiterem Abbau schützen. In unserem Recallsystem werden Sie von unseren Prophylaxefachkräften regelmäßig an Ihre Termine erinnert.

Nur ein komplettes dreistufiges Konzept sichert langfristig Ihre Gesundheit!

Diese Entzündungen verlaufen teilweise sehr unterschiedlich, abhängig von Ihrem Immunsystem und Veranlagung. Verursacht wird die Erkrankung, wie bereits erwähnt, von Bakterien, die sich in einem Biofilm organisieren. Gute Zahnpflege und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen verringern natürlich das Risiko einer Erkrankung nachhaltig. Aber auch andere Faktoren beeinflussen das Erkrankungsrisiko.
Laut neueren Studien haben 25 Prozent der Bevölkerung eine genetische Disposition für eine schnell fortschreitende Parodontitis. Auch schlechte Ernährung und Essstörungen schwächen das Immunsystem. Manche Medikamente gegen Bluthochdruck und schlecht eingestellter Diabetes begünstigen die Entzündung. Raucher haben ein erheblich höheres Risiko, da das Immunsystem zusätzlich geschwächt wird.

Die tägliche sorgfältige Mundhygiene ist zwingend erforderlich, wobei die elektrische Bürste der Handzahnbürste mittlerweile überlegen ist. Schwer zugängliche Stellen zwischen den Zähnen müssen zudem mit Zahnseide und oder Interdentalbürstchen gesäubert werden. Tipps zur Zahnreinigung finden Sie unter dem Kapitel: professionelle Zahnreinigung und Prophylaxe.

Doch selbst bei optimaler Mundhygiene ist je nach Schweregrad der Erkrankung mindestens zweimal jährlich eine professionelle Reinigung in unserer Prophylaxeabteilung nötig. Alle anderen bereits erwähnten Risikofaktoren sollten so weit wie möglich ausgeschaltet werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen einmal im Jahr das Entfernen des Zahnsteins, die professionelle Zahnreinigung (PZR)  wird nicht übernommen (eventuell aber von einigen Zusatzversicherungen). Die Kosten für die PZR sind abhängig von der individuell nötigen Anzahl der Termine. Nach einer gründlichen Untersuchung erstellen wir Ihren persönlichen Therapieplan und Sie werden vor Behandlungsbeginn über die Kosten aufgeklärt.
Die eigentliche Reinigung der Wurzeloberfläche (Parodontosebehandlung) und auch einfache chirurgische Therapien werden unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Der Aufwand für Knochenaufbauverfahren und ästhetische Zahnfleischkorrekturen hängt sehr von der Operationstechnik und den benötigten Ersatzmaterialien ab und ist – ebenso wie die Nachsorge der Stufe 3 – keine gesetzliche Kassenleistung.
Privat- bzw. Beihilfeversicherte bekommen in den meisten Fällen die Professionellen Zahnreinigungen wie auch die Parodontitistherapie im Rahmen Ihres Vertrages erstattet.

Wir sind für Sie da:

Mo-Do 8-20 Uhr / Fr 8-17 Uhr

06202 / 272364

praxis@lauterbachkerber.de

Geschlossen.Notdienst: 0621 - 81020